Curacao – Die überraschende Karibikinsel

Reisebericht von Sebastian Skalitz

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten! Schildkröten-Garantie!

Meine Leidenschaft ist das Reisen und ich war schon in über 40 Ländern und auf allen Kontinenten unterwegs. Doch einen Besuch auf Curaçao hatte ich noch nicht geschafft. Dies wollte ich nun ändern: Bevor ich mein neues, mehrmonatiges Abenteuer in Südamerika begann, legte ich einen 11-tägigen Halt auf der Karibikinsel ein. Was ich dort erlebte und wie mich Curaçao überraschte, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Auf in die Karibik!

Höre ich das Wort Karibik, denke ich an lange Sandstrände, Palmen, nie endender Sonnenschein und dichten Dschungel im Landesinneren. Wie naiv meine Vorstellungen zumindest in Bezug auf Curaçao waren, sollte ich schnell merken. Doch genauso schnell wurde mir klar, womit mich die Insel stattdessen begeistern sollte.

Chilliges Karibik-Fealing ist auf Curacao garantiert!

Chilliges Karibik-Fealing ist auf Curacao garantiert!

Doch der Reihe nach: Nach einem guten, entspannten Flug aus Amsterdam kam ich am frühen Abend am Flughafen Willemstad an. Ich hatte das Glück, dass ich im Flieger eine Niederländerin kennengelernt hatte, die mich mit dem Auto in die Stadt mitnahm und sogar bis zu meiner Unterkunft brachte. Wenn du dieses Glück nicht hast, empfehle ich dir, deinen Mietwagen direkt am Flughafen zu buchen. Einen Mietwagen brauchst du auf Curaçao ohnehin und Taxen sind sehr teuer. Dadurch ist es für dich günstiger, wenn du dein Auto bereits am Flughafen übernimmst und so die Taxi-Kosten am An- und Abreisetag sparst. Ich hatte mich dagegen entschieden, da meine Unterkunft einen eigenen, günstigen Mietwagenverleih betreibt. Außerdem wollte ich zunächst die nahegelegene Innenstadt von Willemstad zu Fuß erkunden und brauchte die ersten Tage kein Auto.

Apropos Unterkunft: Auf Curaçao findest du vielfältige und gute Angebote in jeder Preisklasse. Aus Preisgründen entschied ich mich für ein Apartment südöstlich der Hauptstadt Willemstad. Der Vorteil war, dass ich manche Strände zu Fuß erreichen konnte und auch mit dem Auto in nur 10 Minuten in der Innenstadt war, die ich dadurch oft und gern erkundete. Nachteilig war, dass viele Highlights eher im Nordwesten der Insel liegen.

Auf Curaçao ist zwar nichts weit weg und man kommt schnell auch an die entlegensten Orte, allerdings hat mich die Fahrt durch die Stadt doch manchmal gestört. Wenn du also eine Unterkunft suchst, solltest du die Lage und deine möglichen Ausflugsziele berücksichtigen.

Curaçaos ungewöhnliche Pflanzen und faszinierende Strände

Ich hatte ja schon angedeutet, dass mich Curaçao überraschte. Aufgrund der planungsintensiven Südamerika-Reise hatte ich mich einfach nicht so sehr mit der Vegetation der Insel beschäftigt. Am deutlichsten merkte ich das bereits beim Anflug. Ich sah keinen Dschungel im Landesinneren, sondern viele große Kakteen, Dornengebüsch, windschiefe Bäume und teilweise karge Landschaft. Die Vegetation ist sich nun mal an das trockene, windige Klima angepasst. Wie faszinierend diese Flora sein kann, durfte ich in den nächsten Tagen erleben.

Genieße die Strände und den Sonnenuntergang auf Curacao

Genieße die Strände und den Sonnenuntergang auf Curacao

Doch mein erster Ausflug führte mich zunächst an den Strand. Da ging es mir wahrscheinlich so wie den meisten Curaçao-Besucherinnen und -Besuchern. Die Insel wartet zwar nicht mit kilometerlangen Sandstränden auf, begeistert aber stattdessen mit zahlreichen kleineren und größeren Buchten, die jeweils ihren eigenen Charme besitzen. Manche Strände sind komplett erschlossen mit Sonnenliegen, Sonnenschirmen, Bar, Musik, Toiletten, Duschen und Massagemöglichkeiten. Am anderen Ende des Spektrums finden sich einsame Buchten ohne jeglichen Komfort und mit wenigen Menschen. Ich persönlich ziehe die Ruhe vor, aber es findet sich definitiv für jeden der richtige Strand auf Curaçao!

Vielfältige Kultur und reiche Geschichte

Ebenso abwechslungsreich ist das kulturelle Angebot der Insel. Historische Landhäuser, geschichtsträchtige Orte, Kulturzentren und für Besucher geöffnete Produktionsstätten, etwa für den berühmten Likör Blue Curaçao, finden sich überall auf der Insel verteilt. Wer sich zudem gern Städte anschaut, wird von Willemstad begeistert sein. Die Hauptstadt überzeugt mit farbenfroher Architektur, alten Festungsanlagen und einem faszinierenden Mix aus niederländischer und karibischer Kultur. So ist es etwa problemlos möglich, bei einem Blick auf den schönen Hafen einen typisch holländischen Snack zu genießen und gleichzeitig typisch karibischer Musik zu lauschen. Ein absolutes Highlight ist zudem die Queen Emma Bridge, eines der Wahrzeichen der Stadt. Die 1888 errichtet Ponton-Brücke lässt sich zur Seite fahren und ist insbesondere nachts, wenn sie bunt beleuchtet ist, einen Besuch wert. Ganz in der Nähe finden sich weitere interessante Orte wie ein sehr eindrückliches Museum zur Sklavereigeschichte und eine Brauerei. Willemstad ist wirklich wunderschön und selbst ich, der normalerweise die Natur der Stadt vorzieht, war vollkommen hingerissen!

Ein koloniales Gebäude auf Curacao

Ein koloniales Gebäude auf Curacao

Auf den höchsten Berg Curaçaos

Nachdem ich dir bisher einen allgemeinen Überblick zu Curaçao gegeben habe, möchte ich dir nun ein paar Highlights ausführlicher präsentieren. So bekommst du eine noch konkretere Vorstellung davon, was die Karibikinsel alles zu bieten hat!

Wenn du auf Curaçao bist, solltest du unbedingt den Christoffel-Nationalpark besuchen. Er gehört zu den unbestrittenen Höhepunkten deiner Reise – was nicht nur daran liegt, dass der namensgebende Sint-Christoffelberg mit 372 Metern die höchste Erhebung der Insel darstellt. Während eines Besuchs im Nationalpark wirst du tolle Ausblicke, eine faszinierende Natur und mit etwas Glück auch eine tolle Tierwelt erleben!

Ein Leguan (Iguana) ist überall! Er ist absolut ungefährlich!

Ein Leguan (Iguana) ist überall! Er ist absolut ungefährlich!

Wenn du dich für eine Wanderung auf den Berg entscheidest, solltest du früh aufstehen: Nach 10:00 Uhr werden keine Besucher mehr für die Tour zugelassen, da es sonst zu heiß ist.

Du musst definitiv viel Wasser und eine Kopfbedeckung mitnehmen. Der Berg ist zwar nicht hoch, doch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machen ihn zu einer Herausforderung! Du wirst definitiv viel schwitzen. Bist du jedoch auf dem Gipfel angekommen, erwartet dich ein herrlicher Rundumblick auf Curaçao, das karibische Meer und bei klarer Sicht sogar bis nach Venezuela. Ich hatte bei meiner Tour übrigens Glück mit einigen Wolken. Dadurch war es etwas weniger anstrengend und ich hatte genug Energie, um zwischendurch noch viele Echsen, Leguane und Vögel zu entdecken.

Wenn du nach dem Abstieg noch nicht genug vom Nationalpark hast, kannst du ihn auch Richtung Meer erkunden. Hier findest du entlang einer einfachen Fahrstraße schöne Aussichtspunkte mit Blick auf den Berg und den Ozean sowie Höhlen mit Zeichnungen von Ureinwohnern.

Flamingos findest Du an verschiedenen Stellen auf Curacao

Flamingos findest Du an verschiedenen Stellen auf Curacao

Ein weiterer lohnenswerter Nationalpark im Norden ist zudem der Shete Boka Nationalpark. Hier wirst du faszinierende Klippen, Wasserfontänen und Höhlen entdecken. Auch hier solltest du dringend auf eine Kopfbedeckung und ausreichend Verpflegung achten. Ich bin im Park drei Stunden gewandert und fand es sogar noch heißer als auf dem Sint-Christoffelberg.

Schwimmen mit Schildkröten

Curaçao hat so viele schöne Strände zu bieten! Es sind so viele, dass du sie gar nicht alle besuchen können wirst. Deshalb möchte ich dir einen meiner Lieblingsstrände vorstellen.

Den Playa Grandi, manchmal auch Playa Piskado genannt, findest du im Westen der Insel. Wenn du ihn siehst, wirst du ihn sicher auch mögen: Er hat einen schönen Strand und klares, türkisfarbenes Wasser. Was ihn für mich aber so besonders gemacht hat, befindet sich unter der Wasseroberfläche. Mit etwas Glück kannst du hier nämlich Schildkröten entdecken und mit ihnen schwimmen! Wichtig ist jedoch, dass du ihnen nicht zu nahekommst und sie nicht störst. Ich durfte dort gleich drei dieser wunderschönen Tiere sehen und eine Stunde mit ihnen durchs Wasser gleiten. Also packe dir am besten Schnorchel und Taucherbrille ins Auto und genieße dieses wunderschöne Erlebnis.

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten!

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten!

Zu den weiteren Stränden, die mir sehr gefallen haben, gehören Grote Knip und Playa Porto Marie (hier leben zutrauliche Schweine, die auch mal mit ins Wasser gehen). Mambo Beach hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen. Wer aber Lust auf eine Beachparty hat, wird sich hier sicher auch sehr wohlfühlen. Was mir jedoch bei nahezu jedem Strand aufgefallen ist: Aufgrund der Erwärmung der Meere sind nahezu alle Korallen tot. Die Unterwasserwelt ist dadurch weit weniger farbig und lebendig als sie wohl noch vor ein paar Jahren war.

Dadurch wird auch Einstieg ins Wasser schwierig, da an vielen Stellen tote, scharfkantige Korallen angespült werden. Insgesamt sind die Strände jedoch immer noch sehr schön und es gibt so viele, dass ich gar nicht alle besuchen konnte.

Zu Besuch in einem historischen Landhuis

Auf ganz Curaçao gab es früher Plantagen, auf denen Zuckerrohr, Aloe Vera, Mais, Gemüse und vieles mehr angebaut wurde. Zentrum dieser Plantagen war stets ein Landhuis, in dem der Gutsbesitzer lebte. Einige dieser rund 150 Herrenhäuser können heute noch besucht werden. Nachdem ich zufällig den Betreiber des Landhuises Ascension getroffen hatte, entschied ich mich für eine Tour in diesem Landhaus im Norden der Insel. Ich war gespannt und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Begrüßt wurde ich mit Kaffee, Tee und Awa di lamunchi (einem typischen Getränk auf Curaçao mit Limonen und Zucker) und erhielt anschließend eine sehr informative Tour durch dieses architektonisch beeindruckende und landschaftlich wunderschön gelegene Landhuis.

So sieht es in einem typischen Landhuis auf Curacao aus

So sieht es in einem typischen Landhuis auf Curacao aus

Ich kann dir das Landhuis Ascension als Ausflugsziel nur ans Herz legen, da du zusätzlich noch durch die ehemalige Plantage wandern darfst. Andere lohnenswerte Herrenhäuser sind das Landhuis Doktorstuin, das ein gutes Restaurant mit einheimischem Essen beherbergt, und das berühmte Landhuis Chobolobo, dem Geburts- und Produktionsort des berühmten Likörs Blue Curaçao.

Grausames und Schönes in Willemstad

Über meine Begeisterung zu Curaçaos Hauptstadt hatte ich ja schon einiges geschrieben und einige der vielen Sehenswürdigkeiten erwähnt. Zwei Sachen möchte ich aber nochmal herausheben und dir besonders empfehlen: Das Sklavereimuseum ist definitiv einen Besuch und befindet sich nur wenige Gehminuten von der Queen Emma Bridge entfernt. Es ist sicher keine leichte Kost, die dort präsentiert wird, und nichts für gute Laune. Die Ausstellung zeigt stattdessen eindrücklich, wie grausam Menschen damals behandelt wurden. Doch ich finde, es ist wichtig, sich auch diesen Teil der Geschichte Curaçaos bewusstzumachen. Denn ohne diese Vergangenheit wäre Curaçao nicht so, wie wir es heute kennen.

Wenn du anschließend wieder etwas Aufmunterung benötigst, empfehle ich dir, dich einfach treiben zu lassen: Genieße den Spaziergang durch die Stadtviertel Otrabanda, Punda, Scharloo und Pietermaai erkunde kleine Gassen und große Plätze. Ich garantiere dir, dass du sehr viele wunderschöne bunte Gebäude, farbenfrohe Wandgemälde und zahlreiche liebevoll gestaltete Details entdecken wirst, die Willemstad so besonders machen.

Die typischen Kakteen auf Curacao, die überall zu finden sind

Die typischen Kakteen auf Curacao, die überall zu finden sind

Curaçao ist immer eine Reise wert

Wenn ich an meine Curaçao-Reise zurückdenke, erinnere ich mich an viele schöne Dinge: an die traumhaften kleinen Strände und Buchten und schöne Schnorchelerlebnisse. Eine raue Küstenlandschaft und wildes Meer. Ein wundervoll buntes und lebendiges Willemstad. Eine großartige Natur mit interessanten Pflanzen und beeindruckenden Tieren. Herausfordernde Wanderungen mit schönen Ausblicken. Ich erinnere mich zudem an viele freundliche Menschen. Und fast alles ist hinterlegt mit einer fröhlichen karibischen Musik.

Curaçao war anders, als ich es erwartet hatte. Es hat mich überrascht. Doch diese Überraschung ist der kleinen Karibikinsel definitiv gelungen. Es war eine wunderschöne Zeit, ich werde gern wiederkommen und ich kann jedem empfehlen, die Insel zu besuchen.


Hier erfahrt ihr mehr über Sebastian und seine Reisen. Er freut sich über eure Nachrichten, Anregungen und, wenn es passt, auch über Kooperationen: sebastian-skalitz.de

Instagram: Sebastian Skalitz | Reisetexter

Links:

Sebastian ist freiberuflicher Reisetexter, studierter Germanist, Globetrotter, Referent und Buchautor. Nach mehr als 40 bereisten Ländern hat es ihn 2025 nach Curacao gezogen und wir freuen uns über seine Eindrücke von der Insel.

Luft auf ein kleines Quiz? Wir haben 100+ kurzweilige Fragen rund um Curacao zusammengestellt. Viel Spaß beim Rätseln!

  • Quizfrage

    Welchen Baum auf Curacao nennt man Spanische Limette?

    Antwort

    Den Kenepa Baum kennt man auch als Spanische Limette.

    Er trägt tatsächlich limettenartige, grüne Früchte, die wie Zitrusfrüchte aussehen, aber keine sind. Immerhin kann man die Steinfrüchte mit dem harten Kern essen. Sie schmecken süß-säuerlich.

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So bunt und farbenfroh wie der Lifestyle ist auch die Unterwasserwelt von Curacao! Gleich mal rüberschnorcheln und eintauchen! Zu Lande können wir Dich sicher mit Bilderbuchstränden und einzigartiger Natur begeistern. Wenn Lifestyle für Dich gut essen und trinken bedeutet, dann ist vielleicht etwas in Restaurants & Bars für Dich dabei.

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Curacao – Die überraschende Karibikinsel

Reisebericht von Sebastian Skalitz

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten! Schildkröten-Garantie!

Meine Leidenschaft ist das Reisen und ich war schon in über 40 Ländern und auf allen Kontinenten unterwegs. Doch einen Besuch auf Curaçao hatte ich noch nicht geschafft. Dies wollte ich nun ändern: Bevor ich mein neues, mehrmonatiges Abenteuer in Südamerika begann, legte ich einen 11-tägigen Halt auf der Karibikinsel ein. Was ich dort erlebte und wie mich Curaçao überraschte, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Auf in die Karibik!

Höre ich das Wort Karibik, denke ich an lange Sandstrände, Palmen, nie endender Sonnenschein und dichten Dschungel im Landesinneren. Wie naiv meine Vorstellungen zumindest in Bezug auf Curaçao waren, sollte ich schnell merken. Doch genauso schnell wurde mir klar, womit mich die Insel stattdessen begeistern sollte.

Chilliges Karibik-Fealing ist auf Curacao garantiert!

Chilliges Karibik-Fealing ist auf Curacao garantiert!

Doch der Reihe nach: Nach einem guten, entspannten Flug aus Amsterdam kam ich am frühen Abend am Flughafen Willemstad an. Ich hatte das Glück, dass ich im Flieger eine Niederländerin kennengelernt hatte, die mich mit dem Auto in die Stadt mitnahm und sogar bis zu meiner Unterkunft brachte. Wenn du dieses Glück nicht hast, empfehle ich dir, deinen Mietwagen direkt am Flughafen zu buchen. Einen Mietwagen brauchst du auf Curaçao ohnehin und Taxen sind sehr teuer. Dadurch ist es für dich günstiger, wenn du dein Auto bereits am Flughafen übernimmst und so die Taxi-Kosten am An- und Abreisetag sparst. Ich hatte mich dagegen entschieden, da meine Unterkunft einen eigenen, günstigen Mietwagenverleih betreibt. Außerdem wollte ich zunächst die nahegelegene Innenstadt von Willemstad zu Fuß erkunden und brauchte die ersten Tage kein Auto.

Apropos Unterkunft: Auf Curaçao findest du vielfältige und gute Angebote in jeder Preisklasse. Aus Preisgründen entschied ich mich für ein Apartment südöstlich der Hauptstadt Willemstad. Der Vorteil war, dass ich manche Strände zu Fuß erreichen konnte und auch mit dem Auto in nur 10 Minuten in der Innenstadt war, die ich dadurch oft und gern erkundete. Nachteilig war, dass viele Highlights eher im Nordwesten der Insel liegen.

Auf Curaçao ist zwar nichts weit weg und man kommt schnell auch an die entlegensten Orte, allerdings hat mich die Fahrt durch die Stadt doch manchmal gestört. Wenn du also eine Unterkunft suchst, solltest du die Lage und deine möglichen Ausflugsziele berücksichtigen.

Curaçaos ungewöhnliche Pflanzen und faszinierende Strände

Ich hatte ja schon angedeutet, dass mich Curaçao überraschte. Aufgrund der planungsintensiven Südamerika-Reise hatte ich mich einfach nicht so sehr mit der Vegetation der Insel beschäftigt. Am deutlichsten merkte ich das bereits beim Anflug. Ich sah keinen Dschungel im Landesinneren, sondern viele große Kakteen, Dornengebüsch, windschiefe Bäume und teilweise karge Landschaft. Die Vegetation ist sich nun mal an das trockene, windige Klima angepasst. Wie faszinierend diese Flora sein kann, durfte ich in den nächsten Tagen erleben.

Genieße die Strände und den Sonnenuntergang auf Curacao

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Doch mein erster Ausflug führte mich zunächst an den Strand. Da ging es mir wahrscheinlich so wie den meisten Curaçao-Besucherinnen und -Besuchern. Die Insel wartet zwar nicht mit kilometerlangen Sandstränden auf, begeistert aber stattdessen mit zahlreichen kleineren und größeren Buchten, die jeweils ihren eigenen Charme besitzen. Manche Strände sind komplett erschlossen mit Sonnenliegen, Sonnenschirmen, Bar, Musik, Toiletten, Duschen und Massagemöglichkeiten. Am anderen Ende des Spektrums finden sich einsame Buchten ohne jeglichen Komfort und mit wenigen Menschen. Ich persönlich ziehe die Ruhe vor, aber es findet sich definitiv für jeden der richtige Strand auf Curaçao!

Vielfältige Kultur und reiche Geschichte

Ebenso abwechslungsreich ist das kulturelle Angebot der Insel. Historische Landhäuser, geschichtsträchtige Orte, Kulturzentren und für Besucher geöffnete Produktionsstätten, etwa für den berühmten Likör Blue Curaçao, finden sich überall auf der Insel verteilt. Wer sich zudem gern Städte anschaut, wird von Willemstad begeistert sein. Die Hauptstadt überzeugt mit farbenfroher Architektur, alten Festungsanlagen und einem faszinierenden Mix aus niederländischer und karibischer Kultur. So ist es etwa problemlos möglich, bei einem Blick auf den schönen Hafen einen typisch holländischen Snack zu genießen und gleichzeitig typisch karibischer Musik zu lauschen. Ein absolutes Highlight ist zudem die Queen Emma Bridge, eines der Wahrzeichen der Stadt. Die 1888 errichtet Ponton-Brücke lässt sich zur Seite fahren und ist insbesondere nachts, wenn sie bunt beleuchtet ist, einen Besuch wert. Ganz in der Nähe finden sich weitere interessante Orte wie ein sehr eindrückliches Museum zur Sklavereigeschichte und eine Brauerei. Willemstad ist wirklich wunderschön und selbst ich, der normalerweise die Natur der Stadt vorzieht, war vollkommen hingerissen!

Ein koloniales Gebäude auf Curacao

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Auf den höchsten Berg Curaçaos

Nachdem ich dir bisher einen allgemeinen Überblick zu Curaçao gegeben habe, möchte ich dir nun ein paar Highlights ausführlicher präsentieren. So bekommst du eine noch konkretere Vorstellung davon, was die Karibikinsel alles zu bieten hat!

Wenn du auf Curaçao bist, solltest du unbedingt den Christoffel-Nationalpark besuchen. Er gehört zu den unbestrittenen Höhepunkten deiner Reise – was nicht nur daran liegt, dass der namensgebende Sint-Christoffelberg mit 372 Metern die höchste Erhebung der Insel darstellt. Während eines Besuchs im Nationalpark wirst du tolle Ausblicke, eine faszinierende Natur und mit etwas Glück auch eine tolle Tierwelt erleben!

Ein Leguan (Iguana) ist überall! Er ist absolut ungefährlich!

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Wenn du dich für eine Wanderung auf den Berg entscheidest, solltest du früh aufstehen: Nach 10:00 Uhr werden keine Besucher mehr für die Tour zugelassen, da es sonst zu heiß ist.

Du musst definitiv viel Wasser und eine Kopfbedeckung mitnehmen. Der Berg ist zwar nicht hoch, doch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machen ihn zu einer Herausforderung! Du wirst definitiv viel schwitzen. Bist du jedoch auf dem Gipfel angekommen, erwartet dich ein herrlicher Rundumblick auf Curaçao, das karibische Meer und bei klarer Sicht sogar bis nach Venezuela. Ich hatte bei meiner Tour übrigens Glück mit einigen Wolken. Dadurch war es etwas weniger anstrengend und ich hatte genug Energie, um zwischendurch noch viele Echsen, Leguane und Vögel zu entdecken.

Wenn du nach dem Abstieg noch nicht genug vom Nationalpark hast, kannst du ihn auch Richtung Meer erkunden. Hier findest du entlang einer einfachen Fahrstraße schöne Aussichtspunkte mit Blick auf den Berg und den Ozean sowie Höhlen mit Zeichnungen von Ureinwohnern.

Flamingos findest Du an verschiedenen Stellen auf Curacao

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Ein weiterer lohnenswerter Nationalpark im Norden ist zudem der Shete Boka Nationalpark. Hier wirst du faszinierende Klippen, Wasserfontänen und Höhlen entdecken. Auch hier solltest du dringend auf eine Kopfbedeckung und ausreichend Verpflegung achten. Ich bin im Park drei Stunden gewandert und fand es sogar noch heißer als auf dem Sint-Christoffelberg.

Schwimmen mit Schildkröten

Curaçao hat so viele schöne Strände zu bieten! Es sind so viele, dass du sie gar nicht alle besuchen können wirst. Deshalb möchte ich dir einen meiner Lieblingsstrände vorstellen.

Den Playa Grandi, manchmal auch Playa Piskado genannt, findest du im Westen der Insel. Wenn du ihn siehst, wirst du ihn sicher auch mögen: Er hat einen schönen Strand und klares, türkisfarbenes Wasser. Was ihn für mich aber so besonders gemacht hat, befindet sich unter der Wasseroberfläche. Mit etwas Glück kannst du hier nämlich Schildkröten entdecken und mit ihnen schwimmen! Wichtig ist jedoch, dass du ihnen nicht zu nahekommst und sie nicht störst. Ich durfte dort gleich drei dieser wunderschönen Tiere sehen und eine Stunde mit ihnen durchs Wasser gleiten. Also packe dir am besten Schnorchel und Taucherbrille ins Auto und genieße dieses wunderschöne Erlebnis.

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten!

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten!

Zu den weiteren Stränden, die mir sehr gefallen haben, gehören Grote Knip und Playa Porto Marie (hier leben zutrauliche Schweine, die auch mal mit ins Wasser gehen). Mambo Beach hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen. Wer aber Lust auf eine Beachparty hat, wird sich hier sicher auch sehr wohlfühlen. Was mir jedoch bei nahezu jedem Strand aufgefallen ist: Aufgrund der Erwärmung der Meere sind nahezu alle Korallen tot. Die Unterwasserwelt ist dadurch weit weniger farbig und lebendig als sie wohl noch vor ein paar Jahren war.

Dadurch wird auch Einstieg ins Wasser schwierig, da an vielen Stellen tote, scharfkantige Korallen angespült werden. Insgesamt sind die Strände jedoch immer noch sehr schön und es gibt so viele, dass ich gar nicht alle besuchen konnte.

Zu Besuch in einem historischen Landhuis

Auf ganz Curaçao gab es früher Plantagen, auf denen Zuckerrohr, Aloe Vera, Mais, Gemüse und vieles mehr angebaut wurde. Zentrum dieser Plantagen war stets ein Landhuis, in dem der Gutsbesitzer lebte. Einige dieser rund 150 Herrenhäuser können heute noch besucht werden. Nachdem ich zufällig den Betreiber des Landhuises Ascension getroffen hatte, entschied ich mich für eine Tour in diesem Landhaus im Norden der Insel. Ich war gespannt und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Begrüßt wurde ich mit Kaffee, Tee und Awa di lamunchi (einem typischen Getränk auf Curaçao mit Limonen und Zucker) und erhielt anschließend eine sehr informative Tour durch dieses architektonisch beeindruckende und landschaftlich wunderschön gelegene Landhuis.

So sieht es in einem typischen Landhuis auf Curacao aus

So sieht es in einem typischen Landhuis auf Curacao aus

Ich kann dir das Landhuis Ascension als Ausflugsziel nur ans Herz legen, da du zusätzlich noch durch die ehemalige Plantage wandern darfst. Andere lohnenswerte Herrenhäuser sind das Landhuis Doktorstuin, das ein gutes Restaurant mit einheimischem Essen beherbergt, und das berühmte Landhuis Chobolobo, dem Geburts- und Produktionsort des berühmten Likörs Blue Curaçao.

Grausames und Schönes in Willemstad

Über meine Begeisterung zu Curaçaos Hauptstadt hatte ich ja schon einiges geschrieben und einige der vielen Sehenswürdigkeiten erwähnt. Zwei Sachen möchte ich aber nochmal herausheben und dir besonders empfehlen: Das Sklavereimuseum ist definitiv einen Besuch und befindet sich nur wenige Gehminuten von der Queen Emma Bridge entfernt. Es ist sicher keine leichte Kost, die dort präsentiert wird, und nichts für gute Laune. Die Ausstellung zeigt stattdessen eindrücklich, wie grausam Menschen damals behandelt wurden. Doch ich finde, es ist wichtig, sich auch diesen Teil der Geschichte Curaçaos bewusstzumachen. Denn ohne diese Vergangenheit wäre Curaçao nicht so, wie wir es heute kennen.

Wenn du anschließend wieder etwas Aufmunterung benötigst, empfehle ich dir, dich einfach treiben zu lassen: Genieße den Spaziergang durch die Stadtviertel Otrabanda, Punda, Scharloo und Pietermaai erkunde kleine Gassen und große Plätze. Ich garantiere dir, dass du sehr viele wunderschöne bunte Gebäude, farbenfrohe Wandgemälde und zahlreiche liebevoll gestaltete Details entdecken wirst, die Willemstad so besonders machen.

Die typischen Kakteen auf Curacao, die überall zu finden sind

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Curaçao ist immer eine Reise wert

Wenn ich an meine Curaçao-Reise zurückdenke, erinnere ich mich an viele schöne Dinge: an die traumhaften kleinen Strände und Buchten und schöne Schnorchelerlebnisse. Eine raue Küstenlandschaft und wildes Meer. Ein wundervoll buntes und lebendiges Willemstad. Eine großartige Natur mit interessanten Pflanzen und beeindruckenden Tieren. Herausfordernde Wanderungen mit schönen Ausblicken. Ich erinnere mich zudem an viele freundliche Menschen. Und fast alles ist hinterlegt mit einer fröhlichen karibischen Musik.

Curaçao war anders, als ich es erwartet hatte. Es hat mich überrascht. Doch diese Überraschung ist der kleinen Karibikinsel definitiv gelungen. Es war eine wunderschöne Zeit, ich werde gern wiederkommen und ich kann jedem empfehlen, die Insel zu besuchen.


Hier erfahrt ihr mehr über Sebastian und seine Reisen. Er freut sich über eure Nachrichten, Anregungen und, wenn es passt, auch über Kooperationen: sebastian-skalitz.de

Instagram: Sebastian Skalitz | Reisetexter

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Sebastian ist freiberuflicher Reisetexter, studierter Germanist, Globetrotter, Referent und Buchautor. Nach mehr als 40 bereisten Ländern hat es ihn 2025 nach Curacao gezogen und wir freuen uns über seine Eindrücke von der Insel.

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Curacao – Die überraschende Karibikinsel

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Meine Leidenschaft ist das Reisen und ich war schon in über 40 Ländern und auf allen Kontinenten unterwegs. Doch einen Besuch auf Curaçao hatte ich noch nicht geschafft. Dies wollte ich nun ändern: Bevor ich mein neues, mehrmonatiges Abenteuer in Südamerika begann, legte ich einen 11-tägigen Halt auf der Karibikinsel ein. Was ich dort erlebte und wie mich Curaçao überraschte, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Auf in die Karibik!

Höre ich das Wort Karibik, denke ich an lange Sandstrände, Palmen, nie endender Sonnenschein und dichten Dschungel im Landesinneren. Wie naiv meine Vorstellungen zumindest in Bezug auf Curaçao waren, sollte ich schnell merken. Doch genauso schnell wurde mir klar, womit mich die Insel stattdessen begeistern sollte.

Chilliges Karibik-Fealing ist auf Curacao garantiert!

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Apropos Unterkunft: Auf Curaçao findest du vielfältige und gute Angebote in jeder Preisklasse. Aus Preisgründen entschied ich mich für ein Apartment südöstlich der Hauptstadt Willemstad. Der Vorteil war, dass ich manche Strände zu Fuß erreichen konnte und auch mit dem Auto in nur 10 Minuten in der Innenstadt war, die ich dadurch oft und gern erkundete. Nachteilig war, dass viele Highlights eher im Nordwesten der Insel liegen.

Auf Curaçao ist zwar nichts weit weg und man kommt schnell auch an die entlegensten Orte, allerdings hat mich die Fahrt durch die Stadt doch manchmal gestört. Wenn du also eine Unterkunft suchst, solltest du die Lage und deine möglichen Ausflugsziele berücksichtigen.

Curaçaos ungewöhnliche Pflanzen und faszinierende Strände

Ich hatte ja schon angedeutet, dass mich Curaçao überraschte. Aufgrund der planungsintensiven Südamerika-Reise hatte ich mich einfach nicht so sehr mit der Vegetation der Insel beschäftigt. Am deutlichsten merkte ich das bereits beim Anflug. Ich sah keinen Dschungel im Landesinneren, sondern viele große Kakteen, Dornengebüsch, windschiefe Bäume und teilweise karge Landschaft. Die Vegetation ist sich nun mal an das trockene, windige Klima angepasst. Wie faszinierend diese Flora sein kann, durfte ich in den nächsten Tagen erleben.

Genieße die Strände und den Sonnenuntergang auf Curacao

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Ebenso abwechslungsreich ist das kulturelle Angebot der Insel. Historische Landhäuser, geschichtsträchtige Orte, Kulturzentren und für Besucher geöffnete Produktionsstätten, etwa für den berühmten Likör Blue Curaçao, finden sich überall auf der Insel verteilt. Wer sich zudem gern Städte anschaut, wird von Willemstad begeistert sein. Die Hauptstadt überzeugt mit farbenfroher Architektur, alten Festungsanlagen und einem faszinierenden Mix aus niederländischer und karibischer Kultur. So ist es etwa problemlos möglich, bei einem Blick auf den schönen Hafen einen typisch holländischen Snack zu genießen und gleichzeitig typisch karibischer Musik zu lauschen. Ein absolutes Highlight ist zudem die Queen Emma Bridge, eines der Wahrzeichen der Stadt. Die 1888 errichtet Ponton-Brücke lässt sich zur Seite fahren und ist insbesondere nachts, wenn sie bunt beleuchtet ist, einen Besuch wert. Ganz in der Nähe finden sich weitere interessante Orte wie ein sehr eindrückliches Museum zur Sklavereigeschichte und eine Brauerei. Willemstad ist wirklich wunderschön und selbst ich, der normalerweise die Natur der Stadt vorzieht, war vollkommen hingerissen!

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Ein Leguan (Iguana) ist überall! Er ist absolut ungefährlich!

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Du musst definitiv viel Wasser und eine Kopfbedeckung mitnehmen. Der Berg ist zwar nicht hoch, doch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machen ihn zu einer Herausforderung! Du wirst definitiv viel schwitzen. Bist du jedoch auf dem Gipfel angekommen, erwartet dich ein herrlicher Rundumblick auf Curaçao, das karibische Meer und bei klarer Sicht sogar bis nach Venezuela. Ich hatte bei meiner Tour übrigens Glück mit einigen Wolken. Dadurch war es etwas weniger anstrengend und ich hatte genug Energie, um zwischendurch noch viele Echsen, Leguane und Vögel zu entdecken.

Wenn du nach dem Abstieg noch nicht genug vom Nationalpark hast, kannst du ihn auch Richtung Meer erkunden. Hier findest du entlang einer einfachen Fahrstraße schöne Aussichtspunkte mit Blick auf den Berg und den Ozean sowie Höhlen mit Zeichnungen von Ureinwohnern.

Flamingos findest Du an verschiedenen Stellen auf Curacao

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Schwimmen mit Schildkröten

Curaçao hat so viele schöne Strände zu bieten! Es sind so viele, dass du sie gar nicht alle besuchen können wirst. Deshalb möchte ich dir einen meiner Lieblingsstrände vorstellen.

Den Playa Grandi, manchmal auch Playa Piskado genannt, findest du im Westen der Insel. Wenn du ihn siehst, wirst du ihn sicher auch mögen: Er hat einen schönen Strand und klares, türkisfarbenes Wasser. Was ihn für mich aber so besonders gemacht hat, befindet sich unter der Wasseroberfläche. Mit etwas Glück kannst du hier nämlich Schildkröten entdecken und mit ihnen schwimmen! Wichtig ist jedoch, dass du ihnen nicht zu nahekommst und sie nicht störst. Ich durfte dort gleich drei dieser wunderschönen Tiere sehen und eine Stunde mit ihnen durchs Wasser gleiten. Also packe dir am besten Schnorchel und Taucherbrille ins Auto und genieße dieses wunderschöne Erlebnis.

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten!

Am Playa Grandi schwimmst Du mit Schildkröten!

Zu den weiteren Stränden, die mir sehr gefallen haben, gehören Grote Knip und Playa Porto Marie (hier leben zutrauliche Schweine, die auch mal mit ins Wasser gehen). Mambo Beach hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen. Wer aber Lust auf eine Beachparty hat, wird sich hier sicher auch sehr wohlfühlen. Was mir jedoch bei nahezu jedem Strand aufgefallen ist: Aufgrund der Erwärmung der Meere sind nahezu alle Korallen tot. Die Unterwasserwelt ist dadurch weit weniger farbig und lebendig als sie wohl noch vor ein paar Jahren war.

Dadurch wird auch Einstieg ins Wasser schwierig, da an vielen Stellen tote, scharfkantige Korallen angespült werden. Insgesamt sind die Strände jedoch immer noch sehr schön und es gibt so viele, dass ich gar nicht alle besuchen konnte.

Zu Besuch in einem historischen Landhuis

Auf ganz Curaçao gab es früher Plantagen, auf denen Zuckerrohr, Aloe Vera, Mais, Gemüse und vieles mehr angebaut wurde. Zentrum dieser Plantagen war stets ein Landhuis, in dem der Gutsbesitzer lebte. Einige dieser rund 150 Herrenhäuser können heute noch besucht werden. Nachdem ich zufällig den Betreiber des Landhuises Ascension getroffen hatte, entschied ich mich für eine Tour in diesem Landhaus im Norden der Insel. Ich war gespannt und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Begrüßt wurde ich mit Kaffee, Tee und Awa di lamunchi (einem typischen Getränk auf Curaçao mit Limonen und Zucker) und erhielt anschließend eine sehr informative Tour durch dieses architektonisch beeindruckende und landschaftlich wunderschön gelegene Landhuis.

So sieht es in einem typischen Landhuis auf Curacao aus

So sieht es in einem typischen Landhuis auf Curacao aus

Ich kann dir das Landhuis Ascension als Ausflugsziel nur ans Herz legen, da du zusätzlich noch durch die ehemalige Plantage wandern darfst. Andere lohnenswerte Herrenhäuser sind das Landhuis Doktorstuin, das ein gutes Restaurant mit einheimischem Essen beherbergt, und das berühmte Landhuis Chobolobo, dem Geburts- und Produktionsort des berühmten Likörs Blue Curaçao.

Grausames und Schönes in Willemstad

Über meine Begeisterung zu Curaçaos Hauptstadt hatte ich ja schon einiges geschrieben und einige der vielen Sehenswürdigkeiten erwähnt. Zwei Sachen möchte ich aber nochmal herausheben und dir besonders empfehlen: Das Sklavereimuseum ist definitiv einen Besuch und befindet sich nur wenige Gehminuten von der Queen Emma Bridge entfernt. Es ist sicher keine leichte Kost, die dort präsentiert wird, und nichts für gute Laune. Die Ausstellung zeigt stattdessen eindrücklich, wie grausam Menschen damals behandelt wurden. Doch ich finde, es ist wichtig, sich auch diesen Teil der Geschichte Curaçaos bewusstzumachen. Denn ohne diese Vergangenheit wäre Curaçao nicht so, wie wir es heute kennen.

Wenn du anschließend wieder etwas Aufmunterung benötigst, empfehle ich dir, dich einfach treiben zu lassen: Genieße den Spaziergang durch die Stadtviertel Otrabanda, Punda, Scharloo und Pietermaai erkunde kleine Gassen und große Plätze. Ich garantiere dir, dass du sehr viele wunderschöne bunte Gebäude, farbenfrohe Wandgemälde und zahlreiche liebevoll gestaltete Details entdecken wirst, die Willemstad so besonders machen.

Die typischen Kakteen auf Curacao, die überall zu finden sind

Die typischen Kakteen auf Curacao, die überall zu finden sind

Curaçao ist immer eine Reise wert

Wenn ich an meine Curaçao-Reise zurückdenke, erinnere ich mich an viele schöne Dinge: an die traumhaften kleinen Strände und Buchten und schöne Schnorchelerlebnisse. Eine raue Küstenlandschaft und wildes Meer. Ein wundervoll buntes und lebendiges Willemstad. Eine großartige Natur mit interessanten Pflanzen und beeindruckenden Tieren. Herausfordernde Wanderungen mit schönen Ausblicken. Ich erinnere mich zudem an viele freundliche Menschen. Und fast alles ist hinterlegt mit einer fröhlichen karibischen Musik.

Curaçao war anders, als ich es erwartet hatte. Es hat mich überrascht. Doch diese Überraschung ist der kleinen Karibikinsel definitiv gelungen. Es war eine wunderschöne Zeit, ich werde gern wiederkommen und ich kann jedem empfehlen, die Insel zu besuchen.


Hier erfahrt ihr mehr über Sebastian und seine Reisen. Er freut sich über eure Nachrichten, Anregungen und, wenn es passt, auch über Kooperationen: sebastian-skalitz.de

Instagram: Sebastian Skalitz | Reisetexter

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Sebastian ist freiberuflicher Reisetexter, studierter Germanist, Globetrotter, Referent und Buchautor. Nach mehr als 40 bereisten Ländern hat es ihn 2025 nach Curacao gezogen und wir freuen uns über seine Eindrücke von der Insel.

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  • Quizfrage

    Welchen Baum auf Curacao nennt man Spanische Limette?

    Antwort

    Den Kenepa Baum kennt man auch als Spanische Limette.

    Er trägt tatsächlich limettenartige, grüne Früchte, die wie Zitrusfrüchte aussehen, aber keine sind. Immerhin kann man die Steinfrüchte mit dem harten Kern essen. Sie schmecken süß-säuerlich.

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